16.01.2026
Elbfischerei: Stintsaison hat begonnen
Am 8. Januar kamen im "Kult-Gasthaus" "Zur Post" im noch knapp zu Hamburg gehörenden Cranz die ersten Stinte der Saison 2026 auf den Teller, meldet das Hamburger Abendblatt. Jan Frithjof "Fiete" Kramer, der das 1725 erstmals erwähnte Gasthaus seit 2019 in 9. Generation führt, hat gestern wieder 250 Kilogramm Fisch aus Cuxhaven geholt. "Sechs Tage lang hatten wir zu viel Eis auf der Elbe, jetzt fahren die Fischer wieder raus", erklärt der Gastwirt. Mitte Januar schwammen die Stinte noch in der Unterelbe: Der Braker Fischer Jan Winkels fing sie vor Brunsbüttel, Elbfischer Walter Zeeck mit seinen Söhnen Claus und Harald holte den Stint bereits vor Glückstadt ins Boot. Mit den Fischen wandert die Stintbraterei in den kommenden Wochen elbaufwärts.
Im Gasthaus Zur Post waren diese Woche drei Mitarbeiter:innen alleine für die Verarbeitung der rund 10.000 Stinte abgestellt. Kramer: "Das ist unsere Rohware bis Sonntag." Ausgenommen und ohne Kopf werden die im Mittel 25 Gramm wiegenden Fische nach Größe sortiert, zu je fünf bis zehn Stück gespießt und derart gebraten. "Abends verarbeiten wir hier rund 150 Portionen in drei Stunden", erklärt Fiete Kramer. Die von Anfang Januar bis Mitte März laufende Sintsaison markiere einen Höhepunkt des Jahres. "In der Hochphase essen 90 Prozent der Gäste Stint", sagt der Gastwirt. Für in diesem Jahr 28,90 Euro werde sogar zweimal nachgereicht. Und: Das Stint-Gericht koste sogar einen Euro weniger als im Vorjahr, weil der Gastronom die Mehrwertsteuersenkung zum Teil an die Gäste weiterreiche.
Fiete Kramer rechne mit einer guten Sintsaison, da im November und Dezember in der Elbe "so viel Zander gefischt [worden sei] wie noch nie im Winter. Das zeigt, dass genügend Nahrung in der Elbe ist." Da der Zander auch kleine Stinte fresse, könne es auch ein gutes Stintjahr werden. Erstmals bieten die Cranzer den kleinen Fisch auch als Dosenkonserve an. Schon 2025 habe man eine Vierteltonne Fisch eingefroren und bei einem Verarbeiter in Dosen füllen lassen, gebraten und in der hauseigenen Zwiebel-Essig-Lake eingelegt.
Der Fischmagazin-Newsletter: Hier kostenlos anmelden