18.03.2026
Straße von Hormuz: 3.200 Schiffe hängen fest
Nicht weniger als 3.200 Schiffe mit 20.000 Seeleuten hängen derzeit im Persischen Golf fest, seit die Straße von Hormuz beschossen wird, meldete gestern das Hamburger Abendblatt. Darunter seien mehr als 40 Schiffe deutscher Eigentümer mit knapp 1.000 Mann Besatzung. Die Marine gehe sogar von 50 Schiffen aus, die sich in deutschem Eigentum befinden oder in Deutschland bereedert werden.
Etwa zehn Hamburger Reeder sind direkt betroffen. Alleine von Hamburgs größter Reederei Hapag-Lloyd liegen sechs Schiffe im Persischen Golf. Da einige Schiffsbesatzungen ihre Positionserkennung ausgeschaltet hätten um sich dem iranischen Radar zu entziehen, könne die Zahlen variieren, sagt der Verband Deutscher Reeder (VDR). Die Vorsichtsmaßnahmen sind begründet. Das von Hapag-Lloyd gecharterte, unter der Flagge von Liberia fahrende Containerschiff "Source Blessing" war am Donnerstag vergangener Woche von einem unbekannten Projektil getroffen worden, das die Bordwand durchschlug. Nach Mitteilung der Hapag seien alle Crews wohlauf. Allerdings seien die Außenaufenthalte der Besatzungsmitglieder an Deck auf das Nötigste beschränkt.
Angesichts der Bedrohungslage und des wirtschaftlichen Schadens äußerte sich der VDR unzufrieden über die Haltung der Bundesregierung, das sei "nicht unser Krieg". Der Verband fordere keine Kriegsbeteiligung, sondern "internationale Anstrengungen zum Schutz der Handelsschifffahrt zumindest politisch und diplomatisch zu unterstützen". "Wer eine verlässliche Versorgung für Wirtschaft und Bevölkerung will, darf diejenigen nicht alleinlassen, die unter teils hohem Risiko Handel über See erst ermöglichen", betont Dr. Martin Kröger, Hauptgeschäftsführer des Reederverbands.
Der Fischmagazin-Newsletter: Hier kostenlos anmelden