02.04.2026

Antarktis: Umweltaktivitisten rammen Krill-Trawler

Aktivisten der in den USA ansässigen Paul Watson Foundation haben am Dienstag dieser Woche zwei Krill-Trawler von Aker Qrill bei der Fischerei gestört und eines der Schiffe gerammt, meldet das Portal IntraFish. Die Stiftung wirft dem weltgrößten Fangunternehmen für Krill "ökologisch schädliche Aktivitäten" vor. Im Februar hatte die Stiftung eine aktuelle Kampagne begonnen, die sie "Operation Krill Wars" nennt. Der Geschäftsführer von Aker Qrill, Webjørn Barstad, äußerte sich schockiert darüber, dass ihr Schiff in einem Fanggebiet, das sehr weit von jedem Rettungsdienst entfernt liege, tätlich angegriffen worden sei. Nach Angaben der Paul Watson Foundation habe ihr Schiff "Bandero" die fischereilichen Aktivitäten der beiden Trawler "Antarctic Endurance" und "Antarctic Sea" für die Dauer von mehr als fünf Stunden durch wiederholte Manöver gestört. Die Gruppe erklärte, es gehe ihr um den Schutz des Krills, der eine Schlüsselart der antarktischen Nahrungskette sei. "Seit 2018 haben Umweltschützer Jahr für Jahr die Zerstörung dokumentiert und veröffentlicht, aber Dokumentation alleine hat sie nicht gestoppt", sagte der kanadisch-US-amerikanische Umweltschützer Paul Watson (75), der 1971 die Umweltorganisation Greenpeace mit gegründet hatte, in einer Erklärung: "An einem bestimmten Punkt musst Du sagen: 'Genug ist genug.'"

Der Geschäftsführer von Aker BioMarine, Matts Johansen, kritisierte Stunden nach dem Vorfall die Aktionen der Stiftung. Er habe eine Prüfung seiner Branche immer begrüßt, sagte Johansen: "Das macht uns besser – und das meine ich ehrlich." Aber angesichts dieser Rücksichtslosigkeit sei eine Linie überschritten, angesichts derer er nicht schweigen könne. Das Rammen eines Schiffes könne irreversiblen ökologischen Schaden verursachen – in einer Region, die die NGO zu schützen vorgebe. Die "Umweltschützer" hätten versucht, die Netze der Trawler abzuschneiden. Wären sie erfolgreich gewesen, würden diese als "Geisternetze" frei im Meer treiben, während sich weiterhin Fische und andere Meerestiere in ihnen verfangen. Bei dem Zusammenstoß sei ein Tank des Trawlers getroffen worden, ohne dass allerdings Schiffsdiesel ausgelaufen war. Das habe eine Überprüfung ergeben. Wäre das Ruder des Fangschiffs beschädigt worden, wäre das Schiff steuerlos bei schlechtem Wetter und in der Nähe von Eisbergen getrieben: "Das wäre gefährlich für die Sicherheit aller an Bord." Johansen betonte, dass man unabhängige Beobachter an Bord habe und dass die Fischerei unter der Commission for the Conservation of Antartic Marine Living Resources (CCAMLR) betrieben werde, die von 27 Nationen und der EU-Kommission kontrolliert werde.
Antarktis: Umweltaktivitisten rammen Krill-Trawler
Foto/Grafik: Paul Watson Foundation
Aktivisten der in den USA ansässigen Paul Watson Foundation haben am Dienstag dieser Woche zwei Krill-Trawler von Aker Qrill bei der Fischerei gestört und eines der Schiffe gerammt Foto: Paul Watson und der Aufmacher für die Krill-Kampagne der Stiftung.
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