05.05.2026
Royal Greenland: Kostenkontrolle greift allmählich
Firmeninfos
Royal Greenland (RG) vermeldet auf dem Weg in die schwarzen Zahlen erste Erfolge. Das teilte der neue CEO Toke Binzer, RG-Geschäftsführer seit 1. Dezember 2025, gegenüber dem Portal IntraFish mit. Bereits im Jahre 2024 hatte Grönlands führender Seafood-Produzent seinen "Back-to-Black"-Plan vorgestellt. Ziel des weltweit größten Lieferanten für Kaltwassergarnelen und Schwarzen Heilbutt sei es, bis zum Jahr 2027 eine EBIT-Marge von 5 % bei einem Gewinn vor Steuern von 250 Mio. DKK (= 33 Mio. Euro) zu erwirtschaften. In seinem letzten Geschäftsbericht, veröffentlicht im August 2025, meldete Royal Greenland einen Anstieg des EBITDA um 12 % auf 102 Mio. DKK (= 13,7 Mio. Euro) bei einem leichten Umsatzrückgang um 1 % auf 349,7 Mio. Euro. Im Rahmen dieser Kostenkontrolle hat sich Royal Greenland 2025 von seinen Unternehmen in Chile – International Seafood und Blue Ocean Seafood – getrennt. "Die Unternehmung ist zu weit weg und zu schwierig sinnvoll in unsere grönländische Organisation zu integrieren", hatte bereits Interims-Geschäftsführer Preben Sunke erklärt.
Darüberhinaus stelle Royal Greenland die Struktur seiner sämtlichen Tochterunternehmen auf den Prüfstand, um sich entweder von Firmen zu trennen oder Anteile aufzustocken, teilte Binzer mit. RG erwarte zudem weitere Einsparungen durch Effizienzsteigerungen in Logistik und Beschaffung, wobei die Verlagerung seines Servicecenters nach Polen bereits erste Erfolge gezeitigt habe. Eine der Kernspezies der Grönländer, die Kaltwassergarnele, belaste die Bilanz, bedingt durch sinkende Fangquoten im Westen Grönlands. Für 2026 war die TAC für die Eismeergarnelen gegenüber 2025 um 9,8 % auf 75.000 t gesenkt worden. Royal Greenland betreibt vier Garnelen verarbeitende Fabriken, aber die derzeitigen Mengen würden nicht ausreichen, um die Nachfrage zu befriedigen. Einige der Betriebe seien bereits für mehrere Tage geschlossen worden, weil nicht immer genug Rohware angelandet wurde. "Die wichtigere Frage ist jedoch, wie sich das auf die Beschäftigung auswirken wird", sagte Binzer.
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