10.07.2026
Alaska kritisiert anstehende Rezertifizierung der AP-Fischerei in Russland
Die MSC-Zertifizierung der russischen Fischerei auf Alaska-Seelachs läuft turnusgemäß zum 30. Dezember 2026 aus und befindet sich deshalb derzeit in einem Verfahren für eine Rezertifizierung. Doch ein Vertreter von Alaskas Behörde für Fisch und Wild (ADF&G) fordert, die Fischerei nicht erneut zu zertifizieren, weil die von Russland verwaltete AP-Fischerei "keine überzeugende Erntestrategie besitze, keine Maßnahmen zur Vermeidung von Beifang und keinen Schutz der benthischen Lebensräume". Eine erneute Zertifizierung würde den Käufern des Fischs weltweit einen falschen Eindruck vermitteln und den Produzenten und Konsumenten von Seafood aus Alaska Schaden zufügen, schreibt der ADF&G-Beauftragte Doug Vincent-Lang in einem Brief an den Geschäftsführer des Marine Stewardship Council, Rupert Howes. Der Alaska-Seelachs aus dieser Fischerei sei "weltweit an ahnungslose Verbraucher verkauft worden, die das MSC-Umweltsiegel sehen und davon ausgehen, dass ihr Kauf ethisch vertretbar sein müsse."
Vincent-Lang erklärt, dass die russischen Trawler im westlichen Beringmeer entlang der US-amerikanisch-russischen Seegrenze fischten und dabei ein marines Ökosystem ausbeuteten, das nicht entlang einer geopolitischen Linie verlaufe. Russlands Fischerei würde jetzt bereits die Meeresressourcen Alaskas und dessen Küstengemeinden negativ beeinflussen. So hätten die Ketalachs-Bestände in den westlichen Regionen von Alaska in den letzten Jahren "drastische Rückgänge" erlebt, was zu einer Belastung für die Subsistenz-Fischerei dort geführt habe. Die Folge sei eine "Flut an Forderungen, die Beifänge in der Seelachs-Fischerei auf ein Minimum zu reduzieren", sagt Vincent-Lang. Rückläufige Lachswanderungen insbesondere im Yukon River hätten dazu geführt, dass die dort lebenden Gemeinden Ernährungsprobleme bekommen hätten, so dass Alaska die US-Seelachsfangflotte im östlichen Beringmeer stärker kontrolliere und mehr Fangstops verhänge. Einen Brief ähnlichen Inhalts hatte Vincent-Lang bereits 2023 an den MSC geschrieben. Die Umweltorganisation betonte in einer Reaktion ihre Unabhängigkeit und teilte mit, dass für den 13. Juli mit einer Entscheidung gerechnet werde.
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