09.10.2026
Neuer Leitfaden zur Wiederansiedlung von Atlantischen Lachsen im Rhein
Seit 1958 galt der Atlantische Lachs im Rhein als ausgestorben, in den 1990er-Jahren starteten erste Anläufe dies zu ändern. Jetzt zeigt sich: Die Besatzprogramme bringen nachweislich Rückkehrer hervor – eine selbsttragende Rheinlachspopulation ist jedoch noch nicht erreicht.
Das Modell- und Demonstrationsvorhaben „Genetisches Monitoring zur Wiederansiedlung des Lachses im Rheingebiet“ (GeMoLaR), untersuchte über sechs Jahre hinweg das Aussetzen junger Lachse aus Aufzuchtstationen in den Rhein, die natürliche Reproduktion und das Vorkommen von Lachsen im Rheingebiet. Jedes Jahr werden mehr als eine Million Junglachse aus Aufzuchtstationen in Deutschland und Frankreich in ökologisch geeignete Nebenflüsse des Rheins eingesetzt, um den Atlantischen Lachs wieder anzusiedeln. Dabei wird der Lebenszyklus des Wanderfisches berücksichtigt: Ursprünglich schlüpft er in klaren, kühlen Flüssen und wächst dort als Jungfisch auf. Mit spätestens zwei Jahren wandert er als sogenannter Smolt ins Meer. Dort verbringt er mehrere Jahre und kehrt zum Laichen zurück in den Fluss, indem er aufgewachsen ist.
Das Projekt „GeMoLaR“ betrachtete diese Rückkehrer nun genauer: Welche Besatzmaßnahmen tragen zum heutigen Lachsaufkommen bei? Und welcher Anteil der Junglachse stammt bereits aus natürlicher Fortpflanzung? Um diesen Fragen nachzugehen, untersuchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Projekts GeMoLaR 15.566 genetische Proben von Atlantischen Lachsen im Rheingebiet. Die Untersuchungen bestätigten, dass die Wiederansiedlungsprogramme in Deutschland in Kombination mit den Maßnahmen in Frankreich und der Schweiz die Rückkehr des Atlantischen Lachses in das Rheinsystem ermöglichen. Die heutigen Rheinlachsbestände sind genetisch heterogen und spiegeln die im Laufe der Wiederansiedlung verwendeten Herkünfte wider. Ebenso konnte die natürliche Reproduktion nachgewiesen werden.
Gleichzeitig zeigten die Ergebnisse auch, dass das Lachsaufkommen weiterhin überwiegend auf Besatzmaßnahmen beruht und die natürliche Reproduktion bislang nur eine untergeordnete Rolle spielt. Insgesamt nahmen die Rückkehrerzahlen während der Projektlaufzeit allerdings ab. Niedrigwasser, steigende Wassertemperaturen und veränderte Abflussverhältnisse stellten Wanderfische (und auch andere Fischarten) vor zusätzliche Herausforderungen.
Die im Projekt entwickelten Methoden sowie der erarbeitete Leitfaden schaffen eine Grundlage für ein langfristiges genetisches Monitoring und liefern konkrete Empfehlungen, um das Reproduktionsmanagement zu optimieren und den Atlantischen Lachs wieder anzusiedeln. Die entwickelten Ansätze sind darüber hinaus auf weitere Wanderfischarten und andere Fischereimanagementprojekte übertragbar.
Weitere Informationen zum Projekt „Genetisches Monitoring zur Wiederansiedlung des Atlantischen Lachses im Rheingebiet“: www.ble.de/Atlantischer-Lachs
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