01.07.2026

Krabbenfischerei: Bis März bereits 48 Anträge auf Stilllegung

Die Zahl der Fischkutter an der deutschen Nordseeküste soll langfristig um rund 30 Prozent reduziert werden. Derzeit liegt die Zahl der Schiffe bei etwa 180 bis 200 aktiven Einheiten. Bis Ende März seien von Seiten der Fischer 48 Anträge gestellt worden, meldet das Nachrichtenportal T-Online. Damit sei der erste Fördertopf bereits überzeichnet, selbst geeignete Bewerber könnten leer ausgehen, teilt die zuständige Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit. Im Rahmen des Programms habe der Bund insgesamt 20 Millionen Euro vor allem für die Krabbenfischerei, aber auch für Plattfischfänger zur Verfügung gestellt. Anlass für die Reduzierung sei die schwierige Lage der Branche: Fanggebiete werden knapper, unter anderem durch Offshore-Windparks und neue Schutzgebiete. Für viele Fischer sei das Fördergeld die letzte Option. Denn der Verkauf der Boote, von denen viel alt sind, lohne sich nicht mehr, Nachfolger fehlten. In einer ersten Runde könnten in Niedersachsen und Schleswig-Holstein jeweils sieben bis acht Krabbenkutter aus dem Betrieb genommen werden, außerdem einzelne Plattfischfänger. Für viele Küstenorte in den beiden Bundesländern fällt damit ein Bild weg, das die Häfen bislang geprägt hat.
Krabbenfischerei: Bis März bereits 48 Anträge auf Stilllegung
Foto/Grafik: Björn Marnau/FischMagazin
Krabbenkutter prägen seit etwa 1890 das Hafenbild vieler norddeutscher Küstenorte. Nun soll die Fangflotte um rund ein Drittel reduziert werden. Foto: Krabbenkutter in Greetsiel, Ostfriesland, Juni 2026.
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