26.03.2026

Urk/Cuxhaven: Hightec-Verarbeitungslinie für Krabbenkutter "Cux 1"

Der deutsche Krabbenkutter "Cux 1" wurde von den niederländischen Eignern Jan (60) und Adriaan (54) van den Berg mit einer komplett neuen, hochtechnisierten Fangverarbeitungslinie einschließlich Sortierer und Rüttelsieb ausgestattet, melden die niederländischen Visserij Nieuws. Die mit EU-Fördergeldern unterstützte Innovation ermögliche das Wiegen des Fangs, das Zählen der Garnelen, die Erfassung von Kochzeit und -temperatur sowie die Erfassung und Aufzeichnung von Fang- und Verarbeitungszeit, außerdem vom Standort. Untermaßige Garnelen werden nach Durchlaufen der Spülsortiertrommel aussortiert. Damit darf die "Cux 1" als technischer Vorreiter gelten.

Philipp Oberdörffer, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Fischerei bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Oldenburg, sieht die neue Verarbeitungslinie durchaus kritisch. Bislang erfolgt die Sortierung der Nordseekrabben nach der Anlandung in Siebstationen in den Fischereihäfen. Es sei fraglich, ob die Installation der beschriebenen Technik auf "100 Krabbenkuttern" sinnvoller sei als die Nutzung von etwa drei Siebstationen in Büsum, meinte der Diplom-Biologe im Gespräch mit FischMagazin. Drei Monate im Jahr sei die Verarbeitungslinie an Bord "zu 150 Prozent" ausgelastet, die übrige Zeit vielleicht zu 50 oder gar nur zu 5 Prozent. Eine Herausforderung gerade auch für sensible IT sei die Arbeitsumgebung an Bord der kleinen, vielleicht 15 Meter langen Fangschiffe – Wasser, Kälte, Salz und Schwankungen. Eigentlich müsste an Bord gelten "Keep it simple!", meint Oberdörffer. Die "Cux 1" ist derweil nach zwei Monaten Liegezeit in Harlingen und Urk am Dienstag vergangener Woche wieder in See gestochen.
Urk/Cuxhaven: Hightec-Verarbeitungslinie für Krabbenkutter "Cux 1"
Foto/Grafik: Björn Marnau/FischMagazin
Eine hochtechnisierte neue Verarbeitungslinie macht es möglich, Nordseekrabben in Zukunft bereits an Bord des Krabbenkutters zu sortieren. Damit würden die bislang genutzten Siebstationen an Land (Foto: Büsum) überflüssig.
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