21.08.2026
EU wird Islands Kontrolle über seine Fischerei nicht akzeptieren
Island sollte nicht erwarten, dass Brüssel dem Land nach einem eventuellen EU-Beitritt dauerhaft die ausschließliche Kontrolle über seine Fischerei gewähren werde. Das zumindest ist die Einschätzung des britischen Politikwissenschaftlers Prof. Dr. David Phinnemore. Der Inhaber eines Lehrstuhls für Europäische Politik an der Queen's Unversity im nordirischen Belfast verwies darauf, dass die EU-Regularien es verlangten, dass neue Mitglieder die Gemeinschaftspolitik akzeptieren müssten, womit ein Ausschluss von der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) sehr unwahrscheinlich sei.
Voraussetzung für ein separaates Fischereiabkommen mit Island wäre eine einstimmige Akzeptanz durch sämtliche EU-Mitgliedstaaten, von denen einige jedoch starke eigene Fischereiinteressen besitzen, darunter Frankreich und Spanien. Die EU fürchte außerdem, dass eine derartige Ausnahme einen Präzedenzfall für Nicht-EU-Staaten wie Norwegen schaffen könne. Währenddessen habe Fisheries Iceland (SFS), der wichtigste Fischwirtschaftsverband Islands, bislang zu einer EU-Mitgliedschaft keine Stellung bezogen. Allerdings hatte deren Geschäftsführerin Hei∂run Lind Marteinsdóttir betont, dass eine Mitgliedschaftsvereinbarung Island "volle, ausschließliche und dauerhafte Kontrolle" über seine fischereilichen Ressourcen und seine Fischereizone garantieren müsse.
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