08.05.2026

Mechernich: Gülle in Forellenzucht – 250.000 Euro Schaden

Durch die Einleitung von Gülle in nahe Gewässer ist dem Unternehmen Forellenzucht und Angelpark Caster in Mechernich (Kreis Euskirchen/Nordrhein-Westfalen) ein Schaden von geschätzt mindestens 250.000 Euro entstanden, meldet die Kölnische Rundschau Online. Bei dem Vorfall waren in den Zuchtbecken an der Feyermühle im Mechernicher Stadtteil Breitenbenden rund 20 Tonnen Lachs- und Regenbogenforellen verendet. "Wir sind am absoluten Nullpunkt angelangt", konstatieren Valentin und Anastasia Baranov, Inhaber der Forellenzucht. Damit stehen die Baranovs zum zweiten Mal binnen fünf Jahren vor dem Ruin: Vor vier Jahren hatte bereits eine Flutkatastrophe der Fischzucht einen Schaden von 627.000 Euro beschert. Damals allerdings gab es über die Wiederaufbauhilfe finanzielle Unterstützung, so dass das Paar den Neuanfang wagte. In diesem Fall sieht es schlechter aus: Eine Versicherung, die einspringen könnte, besitze die Fischzucht nicht und der Verursacher sei bislang nicht bekannt.

Nach Erkenntnissen der ermittelnden Kriminalpolizei müsse die Gülle ab dem 5. Januar 2026 über einen Regenwasserkanal in den Hauserbach oberhalb von Eiserfey eingeleitet worden sein, vermutet Franz Küpper, Sprecher der Kreispolizeibehörde Euskirchen. Die Einleitung solle im Bereich von Dreimühlen erfolgt sein. Hinsichtlich der Menge gehe das für Umweltdelikte zuständige Kommissariat davon aus, dass es "mehr gewesen sein muss, als in ein Güllefass passt". In diesem Zusammenhang bittet der Polizeisprecher mögliche Zeugen, sich zu melden. Gülle im Wasser habe eine verheerende Wirkung auf die Gesundheit der Fische, erklärt Valentin Baranov gegenüber der Rundschau: "Die Kiemen werden regelrecht verätzt, die Fische ersticken dann." Selbst Tiere, die die Güllewelle überlebt haben, seien stark geschädigt und nicht mehr für den Verzehr geeignet. Die längerfristigen Folgen für die Teichwirtschaft seien erheblich: Im schlimmsten Fall müssten Zuchtbecken und Angelteiche ausgebaggert und sogar desinfiziert werden, bevor dort wieder Forellen gezüchtet werden könnten. Baranov rechne damit, dass es mindestens drei Jahre dauere, bis sich das Biotop erholt habe. Seiner Einschätzung widerspreche der zuständige Erftverband. Aufgrund der hohen Verdünnung sei es nach jetzigem Kenntnisstand nicht zu einer nachhaltigen Schädigung gekommen, teilt Pressesprecherin Ronja Thiemann auf Anfrage mit.
Mechernich: Gülle in Forellenzucht – 250.000 Euro Schaden
Foto/Grafik: Moehre 1992/Wikipedia
Durch Einleitung von Gülle in nahe Gewässer ist dem Unternehmen Forellenzucht und Angelpark Caster in Mechernich ein Schaden von geschätzt 250.000 Euro entstanden. Symbolbild: frische Gülle in einem offenen Güllesilo.
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